die Nachkommende von Ivna Žic

In der Vergangenheit des Jetzt schweben ihre Gedanken umher wie Blätter im Herbstwind. Sie, ihr Körper und ihre Gedanken, sind ständig in Bewegung. Von Paris zum Grossvater, ans Meer und im Bus über die Kindheit nach Zürich, an den See. Keine Ruhe im Buch, obwohl sie Dialoge nur selten zur Sprache erweckt. Um die Nachkommende zu Ende zu lesen, muss man sich auf die literarische Bildsprache Ivnas einlassen. Einzigartig kommuniziert Ivna ein Gedankengang. Sie erzählt ihre eigene und die Geschichten ihres Umfelds ohne dabei wirklich eine Geschichte zu erzählen. Kein Wendepunkt und kein Spannungsbogen. Und doch ist Aufhören (zumindest für den Leser) keine Option.

Die Nachkommende war auf der Shortlist für den Basler Buchpreis 2019, und dies zu recht! Mit ihrem individuellen Schreibstil und ihrer Fähigkeit, die Spannung trotz wenig Aktivität zu halten, hat Ivna Zic ein unvergleichbares Buch geschrieben. Die Art des Buches hat mich leicht an Virginia Woolf erinnert. Und doch bleibt Ivna’s Art zu schreiben einzigartig.

Heimat ist ein zentrales Thema im Buch. Was Heimat ist, oder wo Heimat ist, bleibt auch am Ende des Buches offen. Die Protagonistin reist umher und verliert sich in ihren Gedanken, wie sie sich zwischen ihren Domizilen verliert. Von ihrem Umfeld erfährt man zwar viel aus ihren Gedanken, aus ihrer Sicht, doch ein aktiver Kontakt findet mit keiner Schlüsselperson statt.

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