Elefant von Martin Suter

Aus Rachegelüsten möchte Dr. Roux einen rosarot leuchtenden Elefanten hervorbringen. Doch das Glück scheint nicht auf seiner Seite und sein Zielobjekt landet in den Händen des Obdachlosen Schoch.

Suter beginnt mit vielen einzelnen Erzählsträngen, welche er nach und nach ineinanderfliessen lässt. Die Spannung bleibt hoch, während sich die Guten und die Schlechten ein Wettrennen liefern.

Während die einen auf wissenschaftlichen Erfolg, motiviert aus Rache, aus sind, sind andere auf das Geld und nochmals andere auf das Wohlergehen des Tieres aus. Der genmanipulierte kleine Elefant ist nicht nur ein Warnschild vor Gefahren, ausgehend von der modernen Wissenschaft. Er ist auch ein optimistischer Hoffnungsträger, dass Genmanipulation im Guten genutzt werden kann. Doch der Elefant ist auch ein Fragezeichen. Der Elefant, sowie die Geschichte, welche um ihn entsteht, wirft die Frage nach Ethik in der Wissenschaft auf. Wieweit darf der Mensch der Evolution reinpfuschen? Oder wird das Reinpfuschen ein Teil der Evolution? Spielt der Grund der Manipulation eine Rolle bei der Suche nach einer ethischen Grenze?

Dabei spielen auch die Tierversuche in der Forschung eine grosse Rolle. Die Protagonisten in Suters Science-Fiction-Roman haben unterschiedliche Einstellungen bezüglich dem Wert von Tieren, dem Wert tierischen Lebens, dem Wert des Lebens. Für die einen sind Tiere zu schützen und zu schätzen, für andere sind sie Mittel zum Zweck und für andere können genmanipulierte Tierchen sogar ein Heiligtum darstellen. Auch studierte Veterinäre haben in dem Buch ganz unterschiedliche Beziehungen und Wertvorstellungen gegenüber den Tieren.

Nicht nur über die Lebensart der Elefanten und den modernsten Stand der Wissenschaft im Bereich Genmanipulation hat Suter präzise recherchiert. Auch über den Alltag eines Obdachlosen. Er beschreibt ihn äusserst genau, inklusive Gefühls-und Gedankenwelt.

Eine Geschichte zu lesen, die eine unbekannte Sichtweise auf das Leben darbietet ist stets eine Bereicherung.

Die Geschichte streift viele gebrochene Schicksale, kaputte Ehen, Tod beim Schwimmen und insolvente Geschäftsmodelle. Der Autor scheint einen Hang zu dramatischen Schicksalen zu haben.

Die gegen Ende des Buches beginnende Liebesgeschichte erfährt man nur aus der Sicht eines Betrachters, wie durch ein Fenster beobachtend. Während man von Schoch als Obdachlosen, in der Öffentlichkeit lebenden Mann viel mitbekommt, scheint sich alsbald er ein Zuhause in Valerie gefunden hat, eine Hülle der Privatsphäre um die beiden zu bilden.

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